Ein Stück Allgäu mitten in der Pfalz: Die achte Etappe auf dem Pfälzer Weinsteig

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Die Tour im Überblick

Beschreibung: Etappentour, Streckentour, aussichtsreich, kulturell, erreichbar per ÖPNV – Schwierigkeit: Mittel bis Schwierig – Strecke: 20 km bzw. 14,4 km ab Dernbach, 604 Höhenmeter – Gehzeit: etwa 4 1/2Std. – Einkehrmöglichkeiten: Jung-Pfalz-Hütte – Markierung: Rot/Weiß Pfälzer Weinsteig


Zwischen Wald und Wiese von Dernbach nach Annweiler

Es war wieder soweit: Patrick und ich erklommen vor wenigen Wochen endlich  weitere Kilometer auf der Streckenleiter des Pfälzer Weinsteigs. Mit dem Auto fuhren wir am Morgen nach Albersweiler, von wo aus es losgehen sollte. Wir suchten uns Albersweiler aus, weil Dernbach leider nicht über einen Bahnhof verfügt und wir so am Ende sicher sein konnten, wieder zu unserem Auto zurückzukommen. Denn die Busse fahren nicht sehr regelmäßig, sodass wir mit dem Auto spontaner sein konnten. Oh ja, Du siehst, die Weinsteig-Tour zu laufen bedarf auf jeden Fall ein bisschen Planung, denn die Etappen sind manchmal gar nicht so leicht zu erreichen.

Weinsteig Etappe acht
Übersicht über den Verlauf des Pfälzer Weinsteigs
Start in Dernbach: Sonne, Wald und Wiese

Nach Dernbach sind wir aber auch zu Fuß schnell gekommen, wir folgten einfach einer breiten Straße, die uns schon nach etwa vier Kilometern, direkt zum Ausgangspunkt gebracht hat. Hier ging es erst einmal steil bergauf für uns, den Galgenberg hinauf, wo im 16. Jahrhundert tatsächlich mehrere Hinrichtungen vorgenommen wurden.

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Blick zurück auf Dernbach

Nach einem kurzen Stopp, um noch einmal die Aussicht auf den Ort zu genießen und der schon trockenen Kehle die ersten Schlucke Wasser zu gönnen,  – der Anstieg hatte es in sich – ging es für uns durch den Wald nach Eußerthal, dem nächsten Zwischenstopp auf dieser Etappe. Ich mag es total neue Ortschaften zu erkunden von daher war es besonders spannend für mich, gleich mehrere neue Dörfer kennen zulernen, in welche ich ohne diese Tour wahrscheinlich nie gekommen wäre.
Der Weg nach Eußerthal führt über den erwähnten steilen Anstieg zum Sanatorium, von wo aus es in einen Waldabschnitt geht. Der Schatten, den die Bäume bereitstellten war super angenehm bei der viele Sonne, die wir abbekamen. Und weil wir es hier so gut aushalten konnten, machten wir es uns für eine kurze Pause auf einem Baumstamm gemütlich und vesperten, um zu neuen Kräften zu kommen. Über die Hänge des Walterkopfes ging es dann weiter nach Eußerthal, das unten schon Willkommen heißend seine Arm ausbreitete – erste Anstrengung geschafft!

Ausruhen an der Klosterkirche Eußerthal

Weiter Abkühlen und den Puls zum Entschleunigen bringen, konnten wir uns dann in der Klosterkirche. Sie entstammt dem 12. Jahrhundert und erinnert mit Infotafeln an ihr früheres Aussehen – ein kleiner aber feiner Abstecher für uns, die wir Geschichte mögen und Ruinen sowieso :).

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Die Klosterkirche
Klosterkirche
Blick auf die Klosterkirche
Wie im Allgäu: Über Obstwiesen weiter nach Gräfenhausen

Der Weg führte uns weiter über wunderschöne Streuobstwiesen. Die weiten Wiesen und kleinen Obstbäume, erinnerten sofort an das schöne Allgäu und garantierten damit richtige Urlaubsgefühle, die uns bis in den nächsten Waldabschnitt begleiteten. Besonders jetzt im Frühling bzw. Frühsommer blühen die Wiesen sehr schön und verbreiten einen leckeren süßlichen Duft.

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Vorbei am steinernen Kreuz, ging es bergan dann in den Wald, wo wir schon bald das Plätschern der Eselstränke wahrnehmen konnten. Das schöne an dieser Tour war mal wieder die Abwechslung, die wir auf dem Weg erleben konnten. Besonders toll ist, dass Dir die Burgruinen, allem voran die Trifels, immer mal wieder durch die Baumkronen zuwinken. So bekommst Du schon vorher einen Vorgeschmack auf den Anblick, der Dich gleich in Gräfenhausen erwarten wird.

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Augenreiben in Gräfenhausen: Traum oder Wirklichkeit?

In Gräfenhausen nämlich, eröffnet sich Dir eine fantastische Aussicht. Der Rastplatz Drei-Burgen-Blick lädt wirklich zum Verweilen ein. Ich habe mich ein wenig geärgert, dass wir schon so gut wie alles bei unserem Vesper verputzt haben, weil dieser Aussichtspunkt einfach prädestiniert für eine Pause war. Aber so konnten wir uns wenigstens ganz auf die tolle Sicht konzentrieren: Die Burgen Trifels, Annebos und  Scharfenberg vereint in einem tollen Panorama – das muss man einfach auf sich wirken lassen. Denn auch wenn mir Großstädte, wie zuletzt Hamburg, immer wieder vor Augen führen, welche tollen Angebote und Möglichkeit sie bieten, dass einem einfach nicht langweilig werden kann und die Vielfalt das Stadtleben so lebenswert macht, so zeigen mir Touren wie diese jedesmal weshalb ich es Zuhause so liebe. Dieser Blick ist einfach sagenhaft und kaum auf Bildern festzuhalten. Ich selbst musste mir die Augen reiben: Das ist die Pfalz! Meine Heimat :).

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Der Drei-Burgen-Blick
Stärkung für die Zielgerade in der Jung-Pfalz-Hütte

Weiter liefen wir den Weinort Gräfenhausen hinunter, um dann den nächsten und letzten Anstieg der Etappe in Angriff zu nehmen. Es ging hinauf wieder in den Wald hinein, zur Nordseite des Adelbergs. Definitiv empfehlenswert ist ein weiterer Abstecher  vorbei an der kleinen Not-Hütte und einer Quelle, in die etwa 500 Meter entfernte Jung-Pfalz-Hütte. Dich erwarten hier am Wochenende leckeres Essen, süß und deftig, wirklich super nette Gastgeber und eine weitere atemberaubende Aussicht auf die Burg Trifels, im hügeligen Meer des Pfälzerwaldes, das die südpfälzische Landschaft erst so schön macht. In der Jung-Pfalz-Hütte kannst Du auch übernachten. Wenn das interessant für Dich ist, plane frühzeitig, da die Hütte oft über Monate ausgebucht ist, wie uns der Eigentümer erzählte.

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Sagenhafter Blick von der Jungpfalz-Hütte

Nachdem eine Traubensaftschorle sowie der unglaublich leckere und würzige Schoko-Kirschkuchen uns gestärkt hatten, ging es auch schon wieder in den Endspurt hinab nach Annweiler, wo wir den Zug zurück nach Albersweiler nehmen konnten. 15 Minuten mussten wir nur warten, bevor wir uns in die Sitze fallen lassen konnten –zumindest für vier Minuten. Denn ja, Du hast richtig gelesen, ganze vier Minuten braucht es mit dem Zug von Annweiler nach Albersweiler. Und wir laufen den halben Tag durch die Gegend! Das müssen Viele für verrückt halten… aber:  Die Anstrengung hatte sich wieder einmal sowas von gelohnt! Es gibt kein schöneres Gefühl als die Welt zu Fuß zu erkunden.

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Die Jung-Pfalz-Hütte

Was soll ich sagen? Hinter uns lag wieder einmal ein rundum toller Tag! Ein Tag vollgepackt mit Natur, Schweiß, Leckereien, netten Menschen und vielen neuen Erinnerungen. Ich freue mich schon auf den nächsten Abschnitt des Fernwanderwegs, denn bisher hat uns keine Etappe enttäuscht.

Was sind Deine Erfahrungen mit Fernwanderungen? Schon gemacht oder unvorstellbar?
Lass‘ es mich in den Kommentaren wissen :).

Pass‘ auf Dich auf

Deine Miriam


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Jung-Pfalz-Hütte


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