Aus Alltagsfrust wird Wanderlust

Plitvicer Seen, Kroatien

My way to happiness: Wie das Wandern mein Leben verändert hat

Mit dem Wandern hatte ich nie wirklich etwas am Hut. Meine Großeltern fuhren Jahre lang ins Allgäu, nach Südtirol oder an die Mosel. Ihr Urlaub bestand seit ich denken kann aus Bergen, Touren und viel Natur. In ein Flugzeug bekommen zehn Pferde sie nicht hinein getrieben. So kam es, dass die Freizeitbeschäftigung meiner Großeltern lange das Einzige war, was ich mit dem Wandern verband. Dabei stand ich dem Wandern nie feindlich gegenüber, es interessierte mich nur einfach nicht.

Zwar bin ich als Kind so gut wie immer draußen gewesen, auf Bäumen herumgekraxelt, habe mit den Nachbarskindern Schnitzeljagden durch die Weinberge veranstaltet und kam damit regelmäßig mit klebrigen Händen vom Harz der Bäume, sowie grünen Grasflecken an den Knien nach Hause. Ich schätze es sehr, zwischen Wald und Weinbergen aufgewachsen zu sein und liebte es immer schon draußen zu sein. Im Freien toben, das zog ich oft dem Puppenspiel vor. Die Bewegung in der Natur hatte also einen festen Platz unter meinen Freizeitbeschäftigungen. Dennoch hatte ich nie einen großen Bezug zum Wandern.

Das sollte sich bald nach meinem Abitur ändern, denn mit dem Schulabschluss kam auch die Wanderlust in mein Leben – meinem Freund Patrick sei Dank :).

An ein komplettes Wochenende auf der Couch ist mit ihm nicht zu denken. Immer in Bewegung, immer auf Entdeckung, immer aktiv und: ausgeglichen. Ich habe kaum einen optimistischeren und zufriedeneren Menschen kennengelernt als ihn. Von Anfang an hat mich diese positive Ausstrahlung, die Zuversicht, die von ihm ausgeht total inspiriert.

Jetzt, nachdem ich nicht nur ihm, sondern ebenso dem Wandern verfallen bin, weiß ich dass die Bewegung einen ganz wesentlichen Teil dazu beiträgt, Dingen gelassener gegenüberzustehen und sich insgesamt glücklicher zu fühlen. Das Wandern bereichert mein Leben aufs Vielfältige, wie Du auch in meinem ersten Blogbeitrag lesen kannst.

Plitvicer Seen, Kroatien

Nicht nur, dass ich in den vergangenen fünf Jahren, die ich schon gemeinsam mit Patrick am Wandern bin, endlich meine Heimat RICHTIG kennengelernt habe, denn wie es Johann Wolfgang von Goethe so treffend formulierte „Nur wo du zu Fuß warst, bist Du wirklich gewesen“, gleichzeitig habe ich viel mehr über mich selbst erfahren und ein Stück weit zu mir selbst gefunden.

Mit diesem Thema, der Suche nach innerer Ruhe, beschäftige ich mich schon sehr lange. Auch, weil es mir besonders schwer fällt abzuschalten. Gerade in aufregenden Zeiten, wie damals während meiner Bachelorarbeit, als ich neben dem Schreiben parallel Nebenjob, mehrere Freundeskreise, Fernbeziehung, Wochenend-Pendlerei sowie Tauchkurs zu händeln hatte, habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr abschalten kann. Mir einzugestehen, dass es einfach zu viel ist für mich, hatte lange gedauert.

Es ist erst ein Anfang, indem ich dieses Bewusstsein dafür entwickelt habe, was mir gut tut und was ich in meiner Lebensweise ändern möchte, um besser entspannen zu können und damit auch zufriedener und zuversichtlicher zu sein. Bewusst einen Gang zurückschalten und mir immer wieder aufs Neue klarmachen: Die Welt geht nicht unter, wenn Du das heute nicht mehr schaffst. ES IST OKAY.

Schon immer war ich ehrgeizig, wollte fortwährend mehr erreichen und stets mein bestes geben. Das hat sich durch meine Schullaufbahn und auch durch mein bisheriges Studium und Berufsleben durchgezogen und es wird wohl auch weiterhin so bleiben. Das an sich, ist auch nicht weiter schlimm, im Gegenteil, ich bin froh über einen gesunden Ehrgeiz, der mich selbst immer wieder herausfordert und antreibt. ABER, und das ist ein großes Aber: Den emotionalen und psychischen Stress, den gilt es unbedingt abzulegen. Und daran arbeite ich täglich.

Moucherotte mit Blick auf Grenoble, Frankreich

Das Wandern hat mir dabei ungemein geholfen. Frische Luft und Bewegung erleichtern mir einen klaren Kopf zu bekommen und meine Gedanken zu sortieren, zu entschleunigen. Es hat mir bewusst gemacht, dass ich etwas ändern möchte und aus meinem Alltagsfrust wurde so eine neue Leidenschaft, die Wanderlust.

Der anfängliche Schweinehund wurde zum Glück relativ schnell überwunden. Zwar musste sich Patrick die ein oder andere Beschwerde bei einer langen, steilen Tour anhören, aber nachdem diese Anstrengung jedes Mal belohnt wurde, waren Strapazen stets vergessen und ich bin ihm so unendlich dankbar, dass er diese Leidenschaft  in mir wecken konnte.

Ich kann mir ein Leben ohne Feld, Wald und Berge nicht mehr vorstellen. Ein großes Shout-Out geht also an Dich, Patrick, dafür, dass Du so hartnäckig geblieben bist und michmitgenommen hast, auf Deine Art die Welt zu erkunden.

Frankreich 2017

Mein Tipp also an diejenigen, denen es genauso geht wie es mir anfangs ergangen ist und den Schweinehund noch nicht überwinden können aber dennoch eigentlich, im Inneren, gern aktiver werden möchten: Suche Dir einen motivierten Wander-Buddy! Mir hat es ungemein geholfen meinen persönlichen Wanderführer dabeizuhaben, der mich mit seiner Begeisterung für die kleinen Dinge im Leben, wie grünes Gras, frische Luft und auf dem Weg hinterlassene Rehspuren ansteckt.

Und mittlerweile bin ich es schon, die 15 Kilometer für zu wenig hält – da meldet sich wohl mein Ehrgeiz wieder…. Aber daran denken: Ganz entspannt! Denn Wandern ist genießen!

Bist Du dem Wandern auch schon verfallen oder musst Du dich noch überwinden? Was treibt Dich an?

Lass‘ es mich gerne in den Kommentaren wissen! Weitere Tipps für Einsteiger folgen bald auf dem Blog.

Bis dahin pass‘ auf Dich auf!

Deine Miriam


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2 Kommentare zu „Aus Alltagsfrust wird Wanderlust

  1. Pingback: Quer durch 04/18 -

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