6 Tage, 9 Seen, 4 Schlösser – Unser Roadtrip entlang der Deutschen Alpenstraße

„Blessed are the curious, for they shall have adventures”

Bereits vier Jahre ist er her, dass Patrick und ich die tolle Panorama-Tour entlang der Bayrischen Alpen unternommen haben. Noch immer denke ich nostalgisch an die erlebnisreiche Woche zurück, weshalb ich diesen Trip unbedingt mit Dir teilen möchte. Die Strecke bietet sich optimal für Motorradfahrer, Wohnmobile oder, wie für uns dieses Mal, für eine Cabrio-Fahrt  an. 

Im Frühjahr 2014 ging es für uns los und damit auf die Spuren von König Ludwig II., dem „Schlösserbauer“ des 19. Jahrhunderts. Wir hatten uns ein frühlingshaftes, sonniges Wetter heraus gesucht, welches das Peugeot 306er Cabrio zu unserem perfekten Reisebegleiter machte. Es sollte mein erster Trip nach Bayern bzw. zu den Alpen werden, der eigentlich den Grundstein für meine bis heute andauernde Liebe zu den Bergen legte. Von Lindau am Bodensee bis Schönau am Königssee warteten viele Kurven und Anstiege, atemberaubende Aussichten, grüne Hügellandschaften, Wälder sowie traumhafte Täler auf uns und trugen zu einer ganz besonderen Tour bei, die eine Reise der bayrischen Originale werden sollte.

Wie unsere Route im Einzelnen aussah, kannst Du im Folgenden lesen. Viel Spaß! :)

Die Tour im Detail

überblick neu

I IMMENSTAAD AM BODENSEE – UNSER AUSGANGSPUNKT

Immenstaad am Bodensee
Blick auf den Bodensee in Immenstaad

Etwa dreieinhalb Stunden fuhren wir von unserem Heimatort in der Pfalz bis an den Bodensee, wo wir in Immenstaad die erste Nacht unserer Reise verbrachten. Nach der Fahrt vertraten wir uns erst einmal ein wenig die Beine und erkundeten den kleinen Ort, in dem zu dieser Zeit, im April, nur wenig los war. Der Bodensee strahlt einfach etwas ganz besonderes aus. Es stellt sich schnell ein Urlaubsgefühl ein, wenn man hier am Wasser entlang läuft und den Seglern zuschaut. Am Abend gönnten wir uns noch ein schönes Essen und gingen dann satt und glücklich ins Bett, um am nächsten Tag fit zu sein, für die Alpenstraße. In alter Frische begleitete uns der Peugeot dann also auf der ersten Etappe über Lindau, dem Ausgangspunkt der Deutschen Alpenstraße, nach Füssen. Zwischendurch machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Österreich ins Kleinwalsertal, wo uns auch im Frühjahr noch immer große Schneeflächen empfangen hatten. Dieser hatte sich beim Anblick der Natur wirklich gelohnt. Das Gebiet ist nicht umsonst sehr beliebt bei Skifahrern und Wanderern.

Kleinwalsertal
Wir lassen das Kleinwalsertal hinter uns

II FÜSSEN – AUF DEN SPUREN KÖNIG LUDWIGS II.

Füssen als zweiter Stopp war definitiv eines der Highlights für mich! Nicht unbedingt aufgrund der Stadt an sich, sondern vor allem, wegen der bekannten Königsschlösser, die wir von hier aus besichtigten. So vieles hatte ich schon von Neuschwanstein gehört. Als großer Geschichte- und Disney-Fan freute es mich gleich doppelt, das Märchenschloss, welches als Inspiration für Walt Disney gilt, nun erleben zu dürfen. Nach der beeindruckenden Besichtigung des Schlosses ging es für uns um den nahe gelegenen Alpsee herum. Vom See aus hat man einen fantastischen Blick auf das Schloss Neuschwanstein sowie das Nachbar-Schloss Hohenschwangau. Nicht nur deshalb, ist der malerische Rundweg, der zum Teil direkt am Ufer entlang führt super empfehlenswert. Innerhalb nur etwa einer Stunde hatten wir den See umrundet. Die bewaldeten Hänge und hohen Felswände auf der einen Seite, der See auf der anderen Seite – so lässt es sich gut wandern :). Am Abend vertraten wir uns auch noch einmal die Füße im Ort und stießen dabei auf den trockengelegten Foggensee. Im Stausee wird über Winter das Wasser abgelassen, was ein schockierendes Bild abgibt und uns wirklich erst ein mal zum Staunen brachte.

Hohenschwangau
Auf dem Weg zum Schloss Neuschwanstein
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Schloss Neuschwanstein
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Schloss Hohenschwangau
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Auf dem Seerundweg

Nach unserer zweiten Nacht in Füssen, ging es für uns zum nächsten Ludwigsschloss: Schloss Linderhof bei Ettal, im südlichen Teil Bayerns. Wie zuvor im Schloss Neuschwanstein auch, entschieden wir uns an einer geführten Besichtigung teilzunehmen. Es ist zu spannend, mehr von dieser Person König Ludwig den II. und seinem Wahn zu erfahren, als dass wir dies missen wollten. Die Führungen hatten sich beide Male auf jeden Fall gelohnt. Innerhalb kürzester Zeit haben wir sehr viel erfahren und wurden dabei ebenso gut unterhalten – ein großer Tipp also!
Der zweite Abstecher an diesem Tag führte uns nach Garmisch-Patenkirchen, wo ich das erste Mal das Ski-Stadion und die Partnachklamm erkunden durfte. Mehr hierzu findest Du auch in einem meiner vergangenen Blogposts.

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Schloss Linderhof
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Schlossgarten Linderhof

III BAD TÖLZ

Spät am Abend erreichten wir dann Bad Tölz, wo wir diesmal die Nacht verbrachten. Wir schauten uns noch ein wenig die kleine aber goldige Stadt an und gönnten uns dann einen leckeren Kaiserschmarrn bei dem wir die bisherigen Tage noch einmal Revue passieren ließen. Wahnsinn was man in nur wenigen Tagen alles erleben kann! Das finde ich jedes Mal aufs Neue beeindruckend, wenn ich auf Reisen bin. Könnte ich nur jede Woche so viel erleben! :)
Nach diesem süßen aber soooo leckeren Abendessen erholten wir uns von den Eindrücken des Tages und gingen frühzeitig ins Bett. Denn auch der nächste Tag sollte einiges für uns bereithalten.

Bad Tölz
Spaziergang in Bad Tölz

IV UNTERWÖSSEN – CHIEMSEE

Von Bad Tölz ging es dann am nächsten Tag am Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee vorbei nach Unterwössen. Die Fahrt hierhin war wunderschön! Alle drei Seen waren auf ihre Weise total sehenswert und die Zeit schien nur so vorüber zu fliegen. Nach den vorherigen, kulturell interessanten Tagen, war die mit der Besichtigung der verschiedenen Seen einhergehende Bewegung in der Natur genau das Richtige.

Tegernsee
Tegernsee
Spitzingsee
Spitzingsee

In Unterwössen selbst ließ sich der Tag sehr gut ausklingen, hier unternahmen wir noch einen Spaziergang in der Abendsonne auf den uns die grasenden Kühe und frische Landluft begleiteten. Unterwössen ist im Tal gelegen und daher von einem wunderschönen Alpenpanorama umgeben, was den Spaziergang umso besonderer machte. Am nächsten Tag dann besuchten wir das letzte Schloss auf unserer Reise entlang der Deutschen Alpenstraße, das Schloss Herrenchiemsee, sozusagen das „deutsche Versailles“, welches ebenfalls von König Ludwig II. in Auftrag gegeben wurde. Auch hier ließen wir es uns nicht nehmen, eine Führung mitzumachen. Unfassbar, was dieser König alles umsetzen wollte – und auch tatsächlich konnte. Da fällt mir wirklich nichts mehr ein. So viele Schlösser, so viel Platz und so viel Spinnerei. Aber immerhin haben wir dank ihm heute so viel spannendes zu besichtigen.

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Unterwössen
Schloss Herrenchiemsee
Schloss Herrenchiemsee

Von hier aus ging es am nächsten Tag nach Ramsau, unserem letzten Stopp auf der Tour entlang der Deutschen Alpenstraße. Wir nutzen die Tatsache, dass wir in der Nähe der Weißbachschlucht sind, um nach der Partnachklamm die zweite Schlucht auf dieser Reise zu besichtigen. Auch für Kinder ist sie optimal geeignet. Wer nicht nass werden möchte, sollte eine Regenjacke am Start haben und auch festes Schuhwerk ist definitiv eine Voraussetzung, um sicher durch die Schlucht zu kommen. Eine spektakuläre Wanderung entlang des tosenden Gebirgsflusses belohnte uns für diesen Ausflug und das Wetter meinte es an diesem Tag ebenfalls gut mit uns, ein mit grauen Wolken bedeckter Himmel wich dem schönsten Blau und vielen Sonnenstrahlen, da läuft es sich doch gleich viel schöner :). Wer Lust hat, kann die Tour auch  fortsetzen und noch knapp zwei Stunden „um den Falkenstein“ laufen. Für uns reichte es aber für diesen Tag, denn es sollte ja noch weiter nach Ramsau gehen.

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Weißbachchlucht

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V RAMSAU

Ramsau, das war dann auch schon unser letzter Stopp auf diesem so vielseitigen Roadtrip. Die Zeit verging unheimlich schnell, wie immer wenn man etwas tolles erlebt und wir hatten bereits so so viel Neues entdecken und erfahren dürfen, dass ich mir kaum vorstellen konnte, dass das alles noch zu toppen ist. Aber wie so oft, hat das Leben dann doch wieder eine Überraschung bereitgehalten sodass ich sagen muss: Der letzte Stopp war mit mein Liebster. Denn, ganz in der Nähe: Der Königssee.
Den Königssee überquerten wir mit einem Bootchen bis zu einer Halbinsel wo St. Batholomä, eine Wallfahrtskirche, die nur auf diesem Wege für Besucher zugänglich wird, zu finden ist. Das Wasser war trotz der tiefgrünen Farbe total klar, gemeinsam mit der Wallfahrtskirche, dem Wahrzeichen des Sees, ergab das eine schier magische Szenerie. Der See ist umgeben von einem atemberaubenden Gebirge: Dem Watzmann und seinen Nachbarn.

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Königssee
St. Batholomä
St. Batholomä
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Auf dem Königssee

Nach diesem erneut wunderschönen Tag ließen wir es uns am Abend nocheinmal bei einem leckeren, bayrischen Essen gutgehen, bevor wir am nächsten Tag auch schon den Heimweg antraten. Diese Reise hat uns so so gut gefallen und wieder einmal unter Beweis gestellt, wie viel auch Deutschland zu bieten hat. Wer Roadtrips gerne mag und in der Natur sowieso immer gut aufgehoben ist, sollte diese Route unbedingt auch einmal abfahren – es lohnt sich!!

Hast Du auch schon eimal einen Roadtrip unternommen? Erzähle mir gerne von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

Pass‘ auf Dich auf!

Deine Miriam

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Wissenswertes

Schloss Neuschwanstein

Das Schloss Neuschwanstein wurde auf Wunsch des bayrischen Königs Ludwig II. ab dem Jahre 1869 erbaut. Interessant: Nur wenige Monate nachdem der Bau abgeschlossen wurde, verstarb der König sodass er selbst nur für eine kurze Zeit das Schloss genießen konnte. Das Märchenschloss gilt als mit bekannteste Sehenswürdigkeit in Deutschland und zählt damit über 1,5 Millionen Besucher im Jahr. Es hat ganzjährig geöffnet. Jedoch empfiehlt die Bayrische Schlösserverwaltung einen Besuch außerhalb der Hauptsaison (Juli bis September), da die Wartezeiten sehr lange werden können. 

Schloss Hohenschwangau

Das Schloss Hohenschwangau ist der direkte Nachbar des Schlosses Neuschwanstein und liegt genau gegenüber, ebenfalls im Ort Schwangau. Nach mehreren Umbauten, entstand im Jahre 1837 die Burg in der heutigen Form, die über drei Rundtürme und einem dreistöckigem Torbau verfügt. Heute lässt sich die unveränderte Einrichtung aus der Biedermeierzeit in einem Museum im Hauptgebäude bewundern. Königs Ludwig II. verbrachte hier seine Kindheit und bewohnte das Schloss auch während des Baus von Neuschwanstein . 

Schloss Linderhof

Auch die Königliche Villa Schloss Linderhof bei Ettal ist auf König Ludwig II. zurückzuführen, der das Schloss an die Stelle des Königshauses seines Vaters errichten ließ. Die Bauphase wird auf 1870 bis 1896 datiert. Das Schloss gilt als kleinstes der Schlösser des bayrischen Königs Ludwig II. und gleichzeitig als sein liebstes.

Schloss Herrenchiemsee

Am Chiemsee gelegen ist das Schloss Herrenchiemsee, welches König Ludwig II.  zu ende des 19. Jahrhunderts in Anlehnung an das französische Schloss Versailles erbauen ließ. Es gilt als dessen letztes Bauvorhaben, weshalb er selbst auch hier nur wenige Tage verbrachte. Mit seinem Tod endete auch das Bauprojekt, weshalb die Errichtung des Schlosses nie vollendet wurde.

Hilfreiche Links

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Zum Königssee und St. Bartholomä


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